Buchrezension „Brush Lettering“ von Chris Campe

Wenn ich ein Buch zum ersten Mal in den Händen halte, habe ich die Angewohnheit zunächst einmal schnell durchzublättern. Bei dem Buch von Chris Campe „Brush Lettering“ dachte ich sofort: Wow! Eine Fülle von Tipps und Informationen auf 222 Seiten; gut gegliedert und mit viel Liebe zum Detail. Chris Campe lässt in ihrem Praxisbuch „von den Grundlagen bis zum eigenen Stil“ keine Frage offen; Vorlagen zum Nachzeichnen sind jedoch nicht enthalten.

Mit großem Sachverstand erklärt sie in Teil I die Herangehensweise, wie ich es bisher in keinem anderen Lettering Buch gesehen habe. Die ersten drei Kapitel geben bebildert die richtigen Tipps für den Start und sind ein guter Einstieg.

Im Teil II des Buches zeigt Chris Campe die Eigenschaften der Grundschrift. Dies entspricht auch genau der Vorgehensweise in meinen eigenen Workshops. Nicht stundenlanges Buchstaben abmalen, sondern das Üben von Grundstrichen ist der erste Schritt zum schönen Schreiben.

Schritt für Schritt führt Chris Campe den Leser zum perfekten Brush Lettering. Wortbeispiele und ein Übungsmenü lassen den Leser nicht vom Weg abkommen, machen sehr viel Spaß und gute Laune. Der 42-seitige Download umfasst Übungsblätter mit einem Grundalphabet (Code-Nr. auf Verlagswebsite eingeben). Der Zwischenstopp „Abstände und Verbindungsstile“ in dem Kapitel 8 gefällt mir besonders gut. Das Verbinden von Buchstaben ist bei Schreibschriften das Allerwichtigste. An der Stelle, an der die Computerschrift an ihre Grenzen stößt, besticht das Handgeschriebene durch Individualität und Anmut. Campe zeigt verschiedene Verbindungsstile auf, die sich auch im Teil III „Vertiefen“ des Buches wiederfinden.

Themen wie Bounce Lettering, Flourishing und Effekte werden nur kurz behandelt, aber diese drei Themen können auch jeweils ein eigenes Werk füllen. Vielleicht im nächsten Buch von Chris Campe.